Wie plant man einen Klang

Pressemitteilung der LH Dresden vom 13.11.2015

 

"Die Akustik ist das Wesen des neuen Konzertsaales, und eine gute
Akustik gehört zu den entscheidenden Bedingungen für die erfolgreiche Arbeit
eines jeden Dirigenten. Ich freue mich sehr, dass die Arbeiten am Saal so gut
vorangehen und dass die Zusammenarbeit mit den Architekten und Akustikplanern
so konstruktiv und reibungslos verläuft. Ich bin ganz sicher, dass die Besucher
unserer Konzerte im neuen Haus die exzellente Klangkultur der Dresdner
Philharmonie ganz neu und in höchster Qualität hören werden", so der Chefdirigent
der Dresdner Philharmonie Michael Sanderling.


Mit der Neukonzeption des Konzertsaales im Kulturpalast, soll dem 1969
eröffneten Gebäude wieder seine ursprüngliche zentrale Rolle als kultureller
städtischer Treffpunkt zuteilwerden. Die originäre Raumfolge um den zentralen
Konzertsaal mit den Foyer-Flächen zum Altmarkt, dem Chorprobensaal und den
zentralen Treppenhäusern werden denkmalgerecht erneuert, die Fassaden
energetisch saniert. Im zentralen Innenbereich des Hauses wird ein neuer Konzertsaal
implementiert. Er ist die Hauptspielstätte der Dresdner Philharmonie und bietet
gleichzeitig auch die Möglichkeit einer multifunktionalen Nutzung. Ergänzt
werden die Nutzungen durch die städtische Zentralbibliothek, den Kabarettsaal
„Herkuleskeule“.


Der neue, weinbergförmige Saal ist das Herzstück des Projektes
Kulturpalast und wir Platz für 1785 Besucher bieten. Die Bühne steht im
Zentrum, das Publikum rückt nah an das Podium heran. Die Architekten verringern
die Breite des neuen Saales im Vergleich zum Bestand und setzen auf komplex
orientierte Saaloberflächen.  Die neuen Dimensionen des Raumes und die
differenzierte Struktur der Saaloberfläche sind wesentliche Voraussetzungen für
die Realisierung der hohen Erwartungen an den neuen Philharmonischen Konzertsaal.
Ein Reflektor oberhalb der Bühne unterstützt das gegenseitige Hören der
Musizierenden. Das Podium selbst erhält mobile, elektrisch steuerbare
Hub-Podeste, mit denen verschiedene Veranstaltungsformen in kurzer Zeit
eingerichtet werden können.


Optisch prägen klare geometrische Strukturen den neuen Konzertsaal. Den
Höhepunkt bildet eine fest installierte Orgel, die mit 55 Registern besonders
für das sinfonische Repertoire des 19. und 20. Jahrhunderts geeignet ist und
damit einmalig in der Dresdner Orgellandschaft sein wird.


Im Bühnengeschoss werden unter anderem Stimmzimmer für verschiedene
Instrumentengruppen, Einzelgarderoben für Gastkünstler, ein Lager für
Tasteninstrumente, ein internes Bistro und Büros für die Angestellten des
Hauses und der Dresdner Philharmonie eingerichtet. Im Erdgeschoss befinden sich
ein Probensaal, die Garderoben für die Orchestermitglieder und Lager- und
Archivräume. Weitere Lager für Equipment und die Proberäume für Schlagzeug sind
im Keller untergebracht. Ein großer Lastenaufzug mit direktem Außenzugang
verbindet alle drei Ebenen des Backstage-Bereiches. Der Bühneneingang an der
Nordseite ist als zentraler Eingang für Künstler und Personal vorgesehen.


Den Auftrag für den Ausbau des Konzertsaales erhielt die Firma Lindner
AG. Referenzen des Unternehmens sind u. a. Konzertsäle in Kopenhagen und Paris.
Die Ausbau des Konzertsaales hat im August diesen Jahres begonnen und wir bis
Ende 2016 abgeschlossen sein.  


Derzeit werden an einer mehr als über fünf Meter langen Musterachse im
Originalmaßstab letzte Abstimmungen für Oberflächen, Materialien wie z. B. die
Furniere und Stühle des neuen Konzertsaales vorgenommen. Gleichzeitig werden
die neuen Leuchten des Hauses am Modell hinsichtlich ihrer Lichtqualität und
der Revisionsmöglichkeiten getestet. Die Konstruktion erhält darüber den
akustische „Feinschliff“. Alle Fügungen werden nochmals am Muster durch die
Architekten und Akustiker begutachtete. Dann folgen letzte Anpassungen zwischen
Bauherren, Architekten und Baufirmen hinsichtlich Technologie, Kosten und
Terminplan.  


Die ersten Deckenelemente des zukünftigen Konzertsaales sind bereits auf
die neue Stahlunterkonstruktion gesetzt. Hierzu ist unterhalb der zukünftigen
Decke des Konzertsaales, auf einem Raumgerüst, eine Arbeitsebene installiert,
die es ermöglicht die erforderlichen Arbeiten in dieser Höhe auszuführen.


Im Mai 2017 soll das erste Konzert stattfinden und der modernisierte
Kulturpalast am Altmarkt eröffnen. Damit belebt die Landeshauptstadt die Idee
eines Kulturzentrums neu, das viele Menschen begeistern und dem internationalen
Rang Dresdens entsprechen wird. Ein Haus der Künste und des Wissens, ein Ort
der Begegnung, ein Raum für Kommunikation: der neue Dresdner Kulturpalast führt
diese Vision in die Zukunft.

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