Gymnasium Ehrenfried Walther Von Tschirnhaus erhält Silberzertifizierung für nachhaltiges Bauen

 

Die durch die STESAD GmbH als Bauherrenvertreter koordinierte Sanierung und Erneuerung des Ehrenfried-Walther-von-Tschirnhaus-Gymnasiums ist mit der BNB-Zertifizierung in Silber ausgezeichnet worden. Die Abkürzung BNB steht für das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen. Dahinter steckt ein strenger Kriterienkatalog zur ganzheitlichen Betrachtung und Bewertung von Nachhaltigkeitsaspekten für Gebäude, entwickelt durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat.

Ansprechpartnerin der STESAD für die BNB-Prüfung beim am 1. Oktober 2019 offiziell eingeweihten Gymnasium, ist die Dresdner Architektin und Projektauditorin Nadine Merkla gewesen. Sie hielt den Kontakt zur Konformitätsprüfstelle und informierte nun über die erfolgreiche Prüfung. Wie Merkla mitteilt, hat die finale BNB-Prüfung ergeben, dass die Schul- und Sportgebäude den Kriterienkatalog zu 68,8 Prozent erfüllen. Werden über 65 Prozent erreicht, berechtigt dies zur Auszeichnung in Silber. Für die erfolgreiche Zertifizierung werden verschiedene Gesichtspunkte beim Bau eines Gebäudes beachtet und streng geprüft. Dazu zählen unter anderem ökologische, ökonomische und soziokulturelle Qualitäten. Alle Qualitäten fließen in die endgültige Bewertung mit ein.

Bei einem Vor-Ort-Termin am Schulgebäude überreichte an diesem Montag Bernd Landgraf vom Steinbeis-Transferinstitut Bau- und Immobilienwirtschaft das Gütesiegel und eine Urkunde an Schulleiterin Sandra Gockel. Das Siegel wird in den nächsten Tagen am Haupteingang an der Bernhardstraße angebracht. Das größte Kompliment für den konzeptionell wie funktional überzeugenden Hybridbau aus alt und neu machte Sandra Gockel stellvertretend für „ihre“ Schüler*innen. „Wir alle können nur unsere große Zufriedenheit mit dem Raumklima und der eleganten Verbindung von alten und neuen Elementen zum Ausdruck bringen“, so Gockel. Großes Lob gebührt damit vor allem den für den Bau beauftragten Architekten – der Planer-Arbeitsgemeinschaft (ARGE) aus Raum und Bau GmbH und der AG Zimmermann aus Dresden.

Einen Blick in die jüngere Vergangenheit wagten sowohl der STESAD-Prokurist Sebastian Küfner als auch Auditorin Nadine Merkla. Schon vor etwa 10 Jahren, so erläuterte Küfner, habe man bei der STESAD ernsthaft mit Bemühungen um Bauen nach BNB-Standards begonnen und hierfür die personellen Voraussetzungen geschaffen. „Es haben längst nicht alle Vorhaben den Weg bis zur Auszeichnung geschafft. Gerade deshalb ist es ein schöner Erfolg für alle Beteiligten, dass nun das dritte Schulgebäude in Dresden eine Zertifizierung dieser Art erhält.“ Er betonte den Willen bei der STESAD, den eingeschlagenen Weg zur mehr Nachhaltigkeit sowie den bewussten Umgang mit klimaentscheidenden Faktoren auch bei künftigen Projekten noch häufiger zu gehen. Nadine Merkla lobte die „akribische Materialsammlung“ von Schadstoffexperten zu Beginn der Bauarbeiten am Gymnasium. Denn die Belastung mit typischen Schadstoffen des letzten Jahrhunderts sei in der Schule enorm gewesen. „Umso erfreulicher ist diese Auszeichnung. Vor allem was die Einschätzungen zur Raumluft in den Schulgebäuden betrifft, liegen wir weit über den Mindestanforderungen. Wir haben es heute mit einem rundum gesunden Gebäude zu tun. Das ist angesichts der Herausforderungen zu Beginn nicht selbstverständlich“, sagte die Architektin.

Das ehemalige Fritz-Löffler-Gymnasium wurde seit 2016 denkmalgerecht saniert. Es bietet Platz für bis zu 1344 Schüler*innen. Die Baukosten für die Sanierung des Altbaus, den Neubau eines Schulgebäudes sowie einer Sporthalle betrugen circa 45 Millionen Euro. Das Gymnasium, das auf Vorschlag von Eltern und Schülern jetzt nach dem Universalgelehrten Ehrenfried Walther von Tschirnhaus benannt ist, begann 2014 auf dem Leutewitzer Ring als Gymnasium Süd-West. Der bisher einzige mit Gold gewürdigte Schulbau in Dresden ist der Campus in Tolkewitz (Bauherr: STESAD). Über einen Silber-Status verfügt die 76. Grundschule in Dresden-Briesnitz, bei deren Neubau (2015 bis 2017) die STESAD die Projektsteuerung übernommen hatte. Nun kommt hier also das Gymnasium Tschirnhaus dazu.

Fotos: STESAD

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