Erfolgreiche Stadtentwicklung in Dresden-Nickern

Pressemitteilung der Landeshauptstadt Dresden (10. Mai 2019)

Vom Kasernengelände zum beliebten Wohnquartier im Grünen: Die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme Dresden-Nickern ist erfolgreich abgeschlossen. Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain fasst das komplexe Stadtentwicklungsprojekt zusammen: „Wir blicken auf erfolgreiche 24 Jahre Stadterneuerung in Nickern. Der Leitgedanke für dieses Projekt ‚Leben zwischen Stadt und Land‘ ist für die rund 2 000 Dresdnerinnen und Dresdner, die hier ihr neues Zuhause gefunden haben, täglich erlebbar. Viele Familien sind darunter, Menschen jeden Alters. Sie haben sich ihr Eigenheim gebaut oder leben zur Miete. Auch Sozialwohnungen sind darunter. Kurz - ein Querschnitt durch unsere Gesellschaft. Jetzt wartet noch ein Baufeld darauf, von Bauherrengemeinschaften beplant und gestaltet zu werden.“

Das Stadtplanungsamt setzte die Stesad GmbH als treuhänderischen Entwicklungsträger ein, um die Entwicklungsmaßnahme vorzubereiten und umzusetzen. „Innerhalb dieser Tätigkeit oblag uns unter anderem der Grunderwerb, die Koordinierung der Abbrucharbeiten, die Altlastensanierung bis hin zur Baulandentwicklung, Vermarktung des Baulandes und Öffentlichkeitsarbeit“, sagt Stesad-Geschäftsführer Axel Walther.

Rückblick

„Zu Beginn der 1990er Jahre untersuchten wir das gesamte Stadtgebiet und prüften, in welchen Stadtteilen dringender Entwicklungsbedarf bestand und mit welchen Instrumentarien des allgemeinen und besonderen Städtebaurechtes Defizite beseitigt und Chancen für eine in die zukunftweisende Entwicklung der Weg bereitet werden konnte. Der dringende Bedarf war in vielen Stadtteilen unübersehbar. Als ein erstes Fördergebiet schlug 1991 das damalige Stadterneuerungsamt, heute eine Abteilung im Stadtplanungsamt, dem Stadtrat vor, die Äußere Neustadt als Sanierungsgebiet auszuweisen. In den folgenden Jahren kamen noch zehn Sanierungsgebiete, die beiden Denkmalschutzgebiete Innere Neustadt und Hellerau sowie das Entwicklungsgebiet Nickern dazu“, umschreibt Schmidt-Lamontain die umfangreichen Maßnahmen der Stadtentwicklung. „In Nickern eröffnete sich mit dem Abzug der Streitkräfte der Roten Armee 1992 die Möglichkeit, auf einer 57 Hektar großen brachliegenden militärischen Liegenschaft neue städtebauliche Strukturen und Nutzungen zu schaffen. Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten zu schaffen, stand damals und steht heute im Fokus. Die Herausforderung bestand darin, ein ungeordnetes, verwildertes Gebiet zu einem lebenswerten Stadtteil zu entwickeln“, so Schmidt-Lamontain weiter.

Der Stadtratsbeschluss vom Dezember 1994* zur förmlichen Festlegung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme, die rund 22 Millionen Euro Fördermittel von Bund, Land und Stadt einbrachte, schaffte die Grundlage für ein erfolgreiches Projekt. Insgesamt flossen 58 Millionen Euro in das Entwicklungsgebiet Nickern. Ursprünglich umfasste die Entwicklungssatzung 19 Grundstücke. Durch Ankauf von circa 47 Hektar Fläche entstanden durch Neuordnung etwa 600 neue Flurstücke. Der Abbruch von circa 300 000 Kubikmetern umbauten Raums schaffte Platz für einen neuen Wohnstandort. Abbruch aller Gebäude, der Panzergaragen, der Mehrzweckgebäude und Plattenbauten, außer dem ehemaligen Kasernentrakt, Aufnahme von 85 000 Quadratmetern befestigter Flächen und Beräumung von Freiflächen, sowie Transport von circa 8 000 Kubikmetern kontaminierter Erdmassen waren notwendig. Ab 1996 begann die äußere Erschließung, dann abschnittsweise und in Abhängigkeit der Vermarktung von Teilflächen die innere Erschließung der Quartiere. Durch die verschiedenen Bebauungen, von der Sanierung des denkmalgeschützten Stabsgebäudes über die Errichtung von Mehrgeschossbauten bis hin zum Neubau von Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäusern zogen 2 000 Dresdnerinnen und Dresdner nach Nickern. Die etwa 880 neu geschaffenen Wohneinheiten werden selbst genutzt oder zur Miete angeboten. 390 öffentlich geförderte Mietwohnungen sind darunter.

Zu den größten Herausforderungen gehörte die Erhaltung des ehemaligen Stabsgebäudes, das im Sommer 1998 an einen privaten Investor veräußert wurde. Bis zum Jahr 2000 wurde das ehemalige Stabsgebäude hochwertig saniert und beherbergt seither Wohnungen, kleinere Geschäfte und eine Kindertagesstätte.  „Was auf dem ehemaligen Ausbildungsstandort der Luftwaffe innerhalb einer Generation geschaffen und geleistet wurde, ist ein erstaunlich positives Beispiel für gelungenen Städte- und Wohnungsbau. Als Geschäftsführer der Stesad finde ich es schön zu sehen, dass inzwischen die Kinder derjenigen Grundstücke kaufen, die vor einer Generation zu den ersten neuen Häuserbauern in Nickern gehört haben. Insgesamt“, sagt Axel Walther, „sind seit der Jahrtausendwende sechs Wohnareale im Entwicklungsgebiet entstanden. Mit den Nickerner Stadtgärten ist nun auch das letzte offiziell fertiggestellt und bezogen.“

Das Entwicklungsgebiet Nickern heute

In die Infrastruktur wurde umfangreich investiert:  5,8 Kilometer öffentlich gewidmete Straße sowie acht private Stichstraßen wurden gebaut. 420 Straßenbäume wurden neu gepflanzt und 17 Hektar Grünflächen angelegt, unter anderem auf dem Trutzsch für geschützte Vögel und Käfer. Der Waldpark wurde zur Erholung der Nickerner Bewohner aufgewertet. Teilbereiche eines Stadtteilparks bilden einen öffentlichen Grünzug von Altnickern zum Trutzsch mit einem Kinder- und Jugendspielplatz. Der Nickerner Platz dient als zentraler Platz zum Treffen in der Nachbarschaft. Es gibt eine Kindertagesstätte für 140 Kinder mit einem großen Außengelände. Für Trainings- und Wettkampfsport sowie die öffentliche Nutzung ist eine neue Sportanlage mit einem Vereinsgebäude und einem Fußballplatz, insbesondere für die Sportgemeinschaft Gebergrund Goppeln, entstanden. Zum Ableiten von Starkregen wurden ein Rückhaltebecken gebaut und Staukanäle errichtet. Derzeit baut die kommunale Wohnungsgenossenschaft WiD am Nickerner Weg vier Gebäude mit 48 Wohnungen im sozialen Wohnungsbau.



Zurück