Richtfest auf der Theaterbaustelle Kraftwerk Mitte

Pressemitteilung der LH Dresden vom 20.08.2015

 

„Es geht los! Bauvorbereitungen für das Kraftwerk Mitte beginnen“, hieß es am Freitag, 11. April 2014. Am Montag, 14. April 2014, rollten die ersten Bagger über das Baufeld und hoben die Baugrube für den Neubau Kraftwerk Mitte aus. Mit großer Vorfreude auf diesen Tag hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des tjg. theater junge generation und der Staatsoperette Dresden symbolisch selber Spaten und Schaufel in die Hand genommen. Auf dem Gelände des ehemaligen Heizkraftwerks Mitte entsteht in zwei Jahren Bauzeit bis Ende 2016 das neue Domizil beider Theater. Jetzt ist der nächste Schritt geschafft. Der Hochbau ist abgeschlossen. Die Bühnentürme ragen weit sichtbar empor. Heute, Donnerstag, 20. August, wird auf der Baustelle Richtfest gefeiert - als Dank des Bauherren an die am Rohbau beschäftigten Arbeiter.

Dirk Hilbert, Erster Bürgermeister: „Arbeit bei Wind und Wetter, Minusgraden, Sommerhitze, am Tag und in der Nacht. Jeder ein Spezialist bei seiner Aufgabe. Danke allen Beteiligten, die mit vereinten Kräften dazu beigetragen haben, dass wir heute gemeinsam Richtfest feiern können. Bei diesem Projekt ging es nie darum, was nicht geht, sondern was machbar ist. Hier an diesem besonderen Ort wird sich bis Ende 2016 der Kunst-, Kultur- und Kreativstandort Dresdens entwickeln. Insgesamt investieren wir hier rund 100 Millionen Euro in die Zukunft unserer Stadt“.  

Axel Walther, Geschäftsführer des Bauherren Kommunale Immobilien Dresden GmbH & Co.KG (KID): „Dass nicht nur kühne Optimisten, sondern auch wieder Realisten an den Übergabetermin glauben können, ist zwei Unternehmen zu verdanken: Dem Baukonzern Züblin und den Dresdner Stadtwerken (Drewag). Züblin hat beim Rohbau richtig gut vorgelegt. Von drei Monaten Verzug, die beim Aushub der Baugrube entstanden waren, haben die Rohbauer schon zwei Monate aufgeholt. Wenn die Subunternehmer beim Innenausbau voll mitziehen, schaffen wir den einen Monat auch noch. Auch bei den Medien wie Strom und Wärme liegen die Stadtwerke im Zeitplan“.

Torsten Teichgräber, Bereichsleiter der Ed. Züblin AG: "Hier wird in die Wirklichkeit umgesetzt, was lange nur als Vision und Plan vorhanden war. Ein weiterer Meilenstein  in der kulturellen Entwicklung Dresdens. Unser Unternehmen ist gern Teil dieses Projektes".

Felicitas Loewe, Intendantin tjg. theater junge generation:
„Dem Bühnenturm für das neue Haus des tjg. beim Wachsen quasi zusehen zu können, macht Freude und spornt uns an. Wir können voraussichtlich ohne nennenswerte Lücken für unser Publikum da sein. Pünktlich zum Richtfest starten wir in eine „unordentliche“ Spielzeit und laden am Sonnabend, 29. August 2015 noch einmal alle Dresdner zum 33. und letzten Theaterjahrmarkt am alten Standort unter dem Motto „Die große Kistenkarawane“ ein. Mit viel Engagement sind die Mitarbeiter des tjg. schon jetzt in verschiedenste Vorbereitungen verwickelt - denn allen ist klar, dass die Chance besteht, für Kinder, Jugendliche und Familien einen ganz besonderen, einzigartigen Ort zu schaffen - einen Ort zeitgemäßen Kinder- und Jugendtheaters, kultureller Vision und kreativer Freiräume“.

Staatsoperette Dresden, Intendant Wolfgang Schaller:
„Heute, zu diesem feierlichen und schönen Anlass, sollen die fleißigen Handwerker einmal die erste Geige spielen. Deshalb richtet sich unsere besondere Anerkennung an alle Bauleute, die hier unser neues Theater errichten. Danke für Ihre Arbeit, wir sind sehr glücklich – ein weiterer Meilenstein ist geschafft.“

Ablauf
Das Richtfest startete mit einem musikalischen Auftakt des Chors der Staatsoperette Dresden. Dann sprachen der Erste Bürgermeister Dirk Hilbert, für das Sächsische Staatsminister des Innern, Ulrich Menke, Leiter der Abteilung Stadtentwicklung. Bau- und Wohnungswesen und der Geschäftsführer der Kommunalen Immobilien Dresden GmbH & Co.KG, Axel Walther. Ihnen folgten Erläuterungen des Architekten von pfp architekten bda, Professor Jörg Friedrich und ein Grußwort des Generalübernehmers Züblin, Torsten Teichgräber. In einem feierlichen Akt sprach Zimmermann Matthias Helbig den Richtspruch, ein Sektglas wurde zerschlagen und der Richtkranz fuhr nach oben. Der Chor der Staatsoperette Dresden schloss mit einem musikalischen Finale. Moderiert hat das Richtfest „TJ“, ein erfahrenes und vielseitiges Mitglied des tjg.-Puppen-Ensembles und ein Experte in Sachen Aberglaube. Unterstützt wurde TJ von den tjg.-Puppenspielern Anna Menzel, Ulrike Schuster und Christoph Levermann. Er ist etwas in die Jahre gekommen, dafür aber ein Experte in Sachen Aberglaube.

Baustand
Neubau: Die Rohbauarbeiten werden im August abgeschlossen sein. Die Bühnentürme haben ihre volle Höhe erreicht. Der Bühnenturm der Staatsoperette Dresden (SOD) misst 31,30 Meter über Bühnenniveau, der Bühnenturm des tjg 26,35 Meter und der Probenturm 26,30 Meter. Die ersten Fenster sind eingebaut und bald werden die Dächer erkennbar sein. Eine Probe der Corten-Stahl-Fassade ist am Neubau bereits zu sehen. Sie benötigt etwa ein Jahr, bis die typische Rostentwicklung erreicht ist. Eine solche Fassade wird künftig den Sockel des Neubaus umschließen.


Maschinenhalle: Die Rohbauten der Studio- und der Puppenbühne sind beendet. Im Foyer haben die Arbeiter bereits die Besucher-Plattform errichtet. Derzeit wird die Haustechnik installiert.


Ehrlichstraße: Das denkmalgeschützte Gebäude an der Ehrlichstraße wird saniert. Hier sitzen künftig die Verwaltung der Theater und die Intendanz. Im Gebäude werden dafür Wände und Treppenaufgänge neu konzipiert. Der Rückbau ist beendet. Aktuell erfolgt der Innenausbau und die Dachsanierung.


Werkstätten Cotta: Ein neues Werkstattgebäude für Staatsoperette und das tjg. entsteht direkt am vorhandenen Funktionsgebäude des tjg. an der Meißner Landstraße. Nachdem die neue Werkstatt errichtet und der Umzug des tjg. ins Kraftwerk Mitte beendet sind, wird das alte Werkstattgebäude abgebrochen und diese Fläche entsiegelt. Parkplatz, Grillplatz und Labyrinth weichen dem Neubau und werden umgesetzt. Für den Neubau, die technischen Anlagen, Freiflächen sowie Planungs- und Baunebenkosten sind insgesamt 6 178 592 Euro brutto veranschlagt. Die ersten Arbeiten auf dem Gelände sowie die archäologischen Untersuchungen haben begonnen. Auf einer Werkstattfläche von etwa 2 650 Quadratmetern finden 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter optimale Bedingungen, die Theaterpremieren für beide Theater vorzubereiten.


Zahlen: Aktuell sind etwa 140 Bauarbeiter im Zweischichtsystem im Einsatz. 2000 Tonnen Bewehrungsstahl, 19 000 Kubikmeter Beton und 10 000 Quadratmeter Dachabdichtung werden verbaut. Die Corten–Stahl-Fassade wird 3500 Quadratmeter umfassen. Webcam Baustelle unter www.kraftwerk-mitte-dresden.de


Die Baukosten für das Projekt belaufen sich auf 91 Millionen Euro. Zusätzlich hat der Stadtrat 9,3 Millionen Euro für die Modernisierung der Ausstattung für Staatsoperette und tjg. theater junge generation bewilligt. 15 Millionen Euro Städtebaumittel sollen in das Bauvorhaben fließen. Projektpartner und -träger sind die Landeshauptstadt Dresden und die Kommunale Immobilien Dresden GmbH & Co. KG


Mit dem Kraftwerk Mitte entsteht ein Kulturstandort, zentrumsnah, mit guter ÖPNV-Anbindung. Das Industrieareal wird aufgewertet und die historisch wertvolle Bausubstanz saniert und erlebbar gemacht. Das bestehende Maschinenhaus wird umgebaut, saniert und integriert. Die Staatsoperette Dresden und die Hauptbühne des tjg.theater junge generation ziehen in das Erdgeschoss im Neubau ein. Das Puppentheater und die Studiobühne des tjg.theater junge generation werden kompakt im Erdgeschoss des Altbaus der ehemaligen Maschinenhalle angeordnet.

Fotos: STESAD GmbH

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