Planmäßiger Start: Teilsaniertes und ausgebautes Tschirnhaus-Gymnasium pünktlich übergeben. BNB-Zertifikat für nachhaltiges Bauen angestrebt.

Neubau sowie sanierter Altbau des ehemaligen Fritz-Löffler-Gymnasiums (heute: Ehrenfried-Walther-von-Tschirnhaus-Gymnasium) wurden zum Start ins Schuljahr von knapp 800 Schüler*innen in Beschlag genommen. Unter der Projektleitung der STESAD GmbH konnten das Bestandsgebäude und die Außenanlagen rechtzeitig fertig gestellt werden. 64 Baufirmen waren am teils schwierigen Bauprojekt beteiligt.

Auf knapp 45 Millionen Euro belaufen sich die Kosten für den durch die STESAD betreuten Schulstandort an der Bernhardstraße. Diese Summe setzte sich aus den Abbrucharbeiten eines alten Schulgebäudes samt Turnhalle, einen modernen Neubau, eine neue 4-Felder-Sporthalle, die Sanierung des Hauptgebäudes sowie die Gestaltung der Außen- und Sportfreiflächen zusammen. Dass alle Maßnahmen zum Schulstart 2019/2020 beendet waren, war im Verlauf der Bauarbeiten nicht zu jedem Zeitpunkt absehbar. Denn Bauleute hatten schon zu Beginn der Arbeiten 2014 eine alte Villenbebauung aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg auf dem Gelände entdeckt. Diese musste zu großen Teilen zurückgebaut werden. Probleme machten darüber hinaus Schadstoffe im Altbau wie Naphthaline und PAK-Partikel (polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe). Deshalb musste eine umfangreiche PAK-Sanierung durchgeführt werden. Weil zudem eine wichtige Fernwärmetrasse der DREWAG auf dem Grundstück für die neue Schulhalle verlief, musste die Sporthalle in das Grundstück eingerückt werden. Außerdem konnte sie letztlich nicht ebenerdig erbaut werden, sondern war das Fundament fünf Meter in die Erde zu versenken. Das Ergebnis kann sich derweil sehen lassen: „Die moderne Vierfeldsporthalle ist für den Schul- und Vereinssport geeignet, verfügt über Zuschauertribünen, Basketball- und Handballtore und ausreichend komfortable Umkleidemöglichkeiten“, berichtet STESAD-Mitarbeiter Marcel Griepentrog. Während im Neubau des Gymnasiums mit dem längsten Namen der Stadt schon seit Anfang 2018 gelernt wird, sind bis heute auch der Altbau und die Außenanlagen samt Pausenhof und Flächen mit Sitz- und Spielmöglichkeiten nachgezogen. Der Grund für die Verzögerungen war, dass die 46. Oberschule nicht wie geplant in einen Ausweichstandort umziehen konnte, da dieser nicht rechtzeitig fertiggestellt werden konnte. Dadurch verzögerte sich der Baubeginn an Sport- und Pausenfreiflächen sowie der Sporthalle um ein Jahr. In Erinnerung an das einst darin befindliche Fritz-Löffler-Gymnasium erhält der Altbau den Namen „Fritz Löffler“. Nach und nach wird die Schülerzahl in den nächsten Jahren auf bis zu 1344 steigen. Momentan lernen knapp 800 Schüler*innen vor Ort.

An dem 2014/2015 gegründeten Tschirnhaus-Gymnasium und dessen Modernisierung sind insgesamt 64 Baufirmen verschiedener Gewerke beteiligt gewesen. In dieser Dimension hat die STESAD somit den Bau eines neuen Schulkomplexes gesteuert, der das einst nur noch als Ausweichstandort genutzte Areal erheblich aufwertet. Das Gymnasium kann durch die Erweiterung in den kommenden Jahren sukzessive 6-zügig geführt werden. Die STESAD strebt auch mit dem Ehrenfried-Walther-von-Tschirnhaus-Gymnasium eine BNB-Zertifizierung für nachhaltiges Bauen an. Zuletzt wurde für das Gymnasium Dresden-Tolkewitz der Goldstatus verliehen.

An der Bernhardstraße soll es am Ende Silber sein. Bis Mitte nächsten Jahres könnte die Zertifizierung abgeschlossen werden. Zu den ökologisch-ökonomischen Anforderungen gehörten auch zahlreiche umgesetzte Kompensationsmaßnahmen in Sachen Artenschutz. Dazu gehören zum Beispiel Ausgleichsflächen für Fledermäuse und Höhlenbrüter. So wurden circa 50 Fledermauskästen und Betonröhren an vorgefertigten Fassadenauslassungen der Turnhalle angelegt. Am sanierten Altbau existieren neben weiteren Fledermausquartieren Behausungen für 27 Mauersegler- sowie Spatzen und Rotschwänzchen. Dazu nutzten Experten der artenschutzrechtlichen Baubetreuung vornehmlich die Traufgesimse des Altbaus.

Fotos: STESAD GmbH

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