Pieschen: Betrieb an Sachsens größtem Schulstandort hat pünktlich begonnen

Bis zur sprichwörtlich letzten Sekunde hatten Bauleute, Fachplaner, Reinigungskräfte sowie die Bauoberleitung der STESAD GmbH am vergangenen Freitag auf der Baustelle an der Gehe-/ Erfurter Straße gewerkelt, beraten und vor allem letzte Reinigungsarbeiten angewiesen oder kurzerhand selbst erledigt. Schließlich sollen die rund 1600 Schüler*innen, die ab dem 19. August am neuen Schulcampus unterrichtet werden, ordentliche Bedingungen vorfinden. Es klappte, gleichwohl zum Start noch einige Provisorien auf dem Gelände vorzufinden sein werden.

Wie STESAD-Geschäftsführer Axel Walther bereits beim Pressetermin in der Woche vor dem Schulstart erläuterte, sind die gemeinsame Aula und die Sporthalle der Oberschule erst nach den Herbstferien fertig und können nicht zum Start ins neue Schuljahr genutzt werden. Der Grund dafür waren Ende 2018 offenbar gewordene Planungsschwierigkeiten der beauftragten Planer-ARGE, die zu massiven Mängeln und letztlich deren Kündigung sowie der Übernahme der Bauoberleitung durch die STESAD GmbH führten. Durch ein eng getaktetes Baumanagement (Lean-Takt-Management) konnten in der Folge Fehler der Planung aufgedeckt und in den folgenden Bauabschnitten bereits berücksichtigt werden. Das kostete allerdings Zeit und Geld, sodass zugunsten eines pünktlichen Starts am Schulcampus andere Dinge (wie die besagte Aula oder eben die Sporthalle der Oberschule) zurückgestellt wurden. Mit den durch den Stadtrat bewilligten Zusatzkosten von circa zwölf Millionen Euro wird der Neubau – bestehend aus der fünfzügigen 145. Oberschule und dem fünfzügigen Gymnasium Pieschen – mit einem Gesamtbudget von knapp 90 Millionen Euro fertiggestellt. Für die nächsten zwei Jahre wird das Gymnasium Klotzsche während der dort bevorstehenden Neuerrichtung der Schule nach Pieschen ausgelagert. In diesem Zeitraum finden die Schüler auf dem Gelände zwischen Leipziger und Großenhainer Straße eine Übergangsheimat.

Am Standort sind nunmehr Fassaden und Decken der gemeinsamen Aula hergestellt worden. In den nächsten Wochen werden laut STESAD-Projektleitung im laufenden Schulbetrieb Haus- und Medientechnik komplettiert, Bühne und Abhangdecken, Fußbodenbeläge und Wandverkleidung, Sitzstufen und ein fester Aufbau für die Beamer eingebaut. Zudem wird am Ende ein großer Bühnenvorhang aufgehängt. Da bis zu den Herbstferien lediglich acht Wochen vergehen, bleibt der Zeitplan straff. Gleiches gilt für die Sporthalle der Oberschule. Der separate Bau am Rand des Campus wird vorerst durch einen Bauzaun abgegrenzt und die noch nötigen Arbeiten beendet. Dazu gehören unter anderem der Einbau einer Prallwand, der Elektronik und Medientechnik sowie eines Catering-Tresens.

Härtetest für den regulären Schulbetreib ist die Wirkprinzip-Prüfung für das Brandschutzkonzept auf dem Areal gewesen. Nach einem Testlauf Anfang August, bei dem noch kleinere Mängel festgestellt wurden, funktionierten am 8. August schließlich alle relevanten Systeme. Bei insgesamt zehn Szenarien an verschiedenen Stellen wurde durch den Sachverständigen anhand einer Brandfallmatrix festgestellt, dass alle Systeme korrekt ablaufen. Somit stand der pünktlichen Teilnutzungsaufnahme nichts mehr im Weg. Schließlich wurden in der vergangenen Woche auch Lehrer und Hausmeister geschult und ihnen die Gegebenheiten vor Ort gezeigt. Störungen des regulären Schulbetriebs sind nicht mehr vorgesehen. „Es stehen lediglich noch Restarbeiten an der Haustechnik an, die problemlos während der Schulzeit durchgeführt werden können. Für den Schulbetrieb sicherheitsrelevante Themen liegen nicht mehr auf der To-Do-Liste, sondern sind abgeschlossen“, so STESAD-Projektleiterin Barbara Dittmer.

In etwa acht Wochen, ergänzt sie, werden dann noch Spielgeräte geliefert, die die Pausenflächen bereichern. In den nächsten Schuljahren, wenn sowohl Gymnasium als auch Oberschule ihre 5-zügigkeit erreicht haben, werden etwas mehr als 2.100 Schüler*innen den Schulcampus in Beschlag nehmen. Eine größere Schule hat es bisher – sowohl in Dresden als auch Sachsen – nicht gegeben. Zu ihr gehört auch ein Zauneidechsenhabitat direkt neben dem Campus, in welches die geschützten Tiere aufgrund der Bauarbeiten auf dem ehemaligen Bahngelände an der Gehestraße umgesiedelt wurden.

Fotos: STESAD GmbH

 

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