Kulturpalast: Konturen des neuen Konzertsaales schon erkennbar

Ostsächsische Sparkasse Dresden übergibt 71 000 Euro für Orgel 

 

2017 soll der neue Kulturpalast fertig sein. Der Erste Bürgermeister Dirk Hilbert besuchte am 13. März 2015 gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, Joachim Hoof, und der Intendantin der Dresdner Philharmonie, Frauke Roth, die Baustelle. 

Die Arbeiten am neuen Konzertsaal der Dresdner Philharmonie sowie den Räumen der Städtischen Bibliothek und der Dresdner Herkuleskeule laufen planmäßig. Bereits 85 Prozent der Aufträge sind ausgeschrieben bzw. beauftragt. Zur Zeit arbeiten die Architekten gemeinsam mit den zukünftigen Nutzern an der Ausstattungs- und Beleuchtungsplanung. Für die Bibliothek müssen Schließfächer und ein Leihsystem untergebracht werden. Möbel und Farben für das Foyer werden ausgewählt und die Gestaltung und Ausstattung der Dresdner Herkuleskeule wird abgestimmt. Außerdem steht die Planung der Außenanlagen auf der Agenda. Hierzu gehören Wege, Zufahrten und Grün um den Kulturpalast sowie die Brunnenanlage davor.   

Im Haus laufen derzeit letzte Rohbaumaßnahmen und erste Ausbauarbeiten. Der Saal der Herkuleskeule ist im Rohbau fertig. Im Konzertsaal sind erste neue Konturen erkennbar. Jetzt geht es an die Ausstattung wie Trockenbau, Sanitär und Aufzüge. Die Bühnentechnik wird vorbereitet. Gearbeitet wird auch an der Fassade und auf dem Dach. Die Arbeiten für die technische Gebäudeausrüstung (TGA) wie Strom, Heizung und Klima haben begonnen. Der zukünftige Zugang zur Tiefgarage ist in Vorbereitung. 

Eine weitere Herausforderung ist schon jetzt die Planung des Einzugs der verschiedenen Partner im Haus. Derzeit finden dazu koordinierende Gespräche mit allen Partnern statt. 

 

Spendenübergabe der Ostsächsischen Sparkasse Dresden

Für die Konzertorgel im Kulturpalast übergab der Vorstandsvorsitzende der Ostsächsischen Sparkasse Dresden (OSD) am 13. März 2015 eine Spende von 71 000 Euro an den Vorsitzenden des Fördervereins der Dresdner Philharmonie, Lutz Kittelmann. Die OSD erwirbt dafür 71 Stuhlpatenschafen im neuen Konzertsaal. Die beiden ersten Stuhlreihen im Parkett tragen zukünftig den Namen der OSD. 

Wer die Orgel des Kulturpalastes fördern möchte, kann sich entscheiden zwischen einer Stuhlpatenschaft oder einer Patenschaft für eine Orgelpfeife. Auch die Einnahmen der nächsten Benefizkonzerte am 8. Mai und am 20. September fließen in den Orgelbau. Die Dresdner Philharmonie spielt in der Kreuzkirche unter der Leitung des Chefdirigenten Michael Sanderling. Die Stadt Dresden unterstützt diese Konzerte mit einem City-Light-Plakat vom 8. April bis 12. Mai 2015. Informationen unter www.dresdnerphilharmonie.de/foerderverein/orgel 

Der Förderverein sammelt seit Mitte 2012 Spenden für die Orgel des Kulturpalastes. Mit der Unterstützung der OSD sind jetzt 900 000 Euro eingeworben. Die Spende der OSD ist die größte Einzelspende der Region. Sie trägt maßgeblich dazu bei, dass der Förderverein sein Spendenziel von insgesamt einer Million Euro noch dieses Jahr erreichen kann. Zusammen mit einem Beitrag der Stadt Dresden über 300 000 Euro ist die Finanzierung der Konzertorgel in Höhe von 1,3 Millionen Euro weitgehend gesichert. 

Die Instandsetzung, der Umbau und die Modernisierung des Dresdner Kulturpalastes kosten insgesamt etwa 81,5 Millionen Euro. Etwa sechs Millionen Euro werden zusätzlich in nutzerspezifische Ausstattungen wie Bühnen-, Veranstaltungs- und Medientechnik sowie die Möblierung investiert. Bis Frühjahr 2017 soll das Gebäude einschließlich des neuen Konzertsaals fertig sein. 

An der Fassade des Dresdner Kulturpalastes präsentiert seit Herbst 2014 eine Plane die künftige Außengestaltung und den neuen Konzertsaal mit der Orgel. 

 

Weitere Fakten:

Orgel: Im Herbst 2015 beginnen die Vorarbeiten für die Kulturpalast-Orgel in der Firma Eule Orgelbau in Bautzen. Ab Frühjahr 2016 sollen die ersten Teile gefertigt werden. 2017 folgen Einbau und Intonation des Instrumentes in den Konzertsaal. 17 Wochen sind vorgesehen, um die Teile der Orgel vor Ort zusammenzuführen und zu stimmen. Vorher aber wird die Orgel am Computer konstruiert. Bis zu 2800 Liter Luft werden für die Töne aktiviert. Die Orgelpfeifen bestehen aus einer Zinn-Blei-Legierung. Die Konzertorgel des Kulturpalastes erhält vier Manuale*, 67 Register** und etwa 4000 Pfeifen. Sie wird 15 Meter breit und etwa acht Meter hoch. Zunächst werden nur 61 Register gebaut, die restlichen sechs werden vorbereitet. 

* Manual:  Wie beim Klavier gibt es bei der Orgel die Tastenreihe mit schwarzen und weißen Tasten. Bei einer Orgel heißt diese Klaviatur auch Manual. Eine Orgel hat meist mehrere Tastenreihen übereinander. 

** Register:            Eine Pfeifenreihe mit einem bestimmten Klang heißt Register. 

Denkmalschutz: Im Dezember 2014 übergab der Sächsische Innenminister Markus Ulbig einen Fördermittelbescheid über eine Million Euro für ausgewählte Maßnahmen des Denkmalschutzes. Hierzu gehört vor allem die Nachbildung der Gipsdecke, die nicht zerstörungsfrei geborgen werden konnte und der Nachbau der Deckenbeleuchtung. Außerdem: Erhalt und Restaurierung des Natursteinbodens, der Marmorbekleidung der Stützen und Wandscheiben, der Holzbekleidung an Wänden und Schächten, der Schmetterlingstreppen und Putzoberflächen der Treppenräume, Wand- und Deckenbekleidung der Studiobühne, der Hellerauer Wand im Chorprobenraum, der Zuckertüten (Akkustikkegel) im Chorprobenraum, der Kranichdecke  und Sonderleuchten des 1. OG, die Anpassungen der Bronzetüren, Fassade, Glasfassade  in den Obergeschossen; Erhalt der Originalrahmen und Ertüchtigung  des Glases und des Wandbild "Weg der Roten Fahne". 

Baugeschichte/Fakten: Der Rückbau des alten Saales war im Sommer 2014  abgeschlossen. Dann begannen die Arbeiten für den neuen Konzertsaal. Am 18. September 2014 war feierlicher Baustart für den Konzertsaal. Es wurde eine Plakette enthüllt, die auf den Baubeginn hinweist und eine Hülse in einer Konzertsaalwand versenkt. Sie ist gefüllt mit Bauplänen und Utensilien der künftigen Nutzer Dresdner Philharmonie, Städtische Bibliotheken und Dresdner Herkuleskeule. 

Mit dem neuen Konzertsaal und der Integration der Städtischen Bibliothek in den Kulturpalast soll dem 1969 eröffneten Gebäude wieder seine ursprüngliche zentrale Rolle als kultureller städtischer Treffpunkt zukommen. Die Räume um den Konzertsaal mit dem Foyer zum Altmarkt, dem Chorprobensaal und den Treppenhäusern werden denkmalgerecht erneuert, die Fassaden energetisch saniert. Zentral im Haus wird der neue Konzertsaal integriert. Er wird die Hauptspielstätte der Dresdner Philharmonie und bietet gleichzeitig auch die Möglichkeit einer multifunktionalen Nutzung. Ergänzt wird das Angebot im Haus durch die städtische Zentralbibliothek, den Kabarettsaal der „Herkuleskeule", das Besucherzentrum der Stiftung Frauenkirche und die Dresden-Information. Der neue, weinbergförmige Saal ist das Herzstück des Projektes und bietet Platz für etwa 1800 Besucher. Die Bühne steht im Zentrum, das Publikum rückt nah an das Podium heran. Um eine optimierte Akustik für Konzerte zu erreichen, verringern die Architekten die Breite des neuen Saales und setzen auf komplex orientierte Flächen, die den Schall im gesamten Raum verteilen. Ein Reflektor oberhalb der Bühne unterstützt das gegenseitige Hören der Musizierenden. Das Podium selbst erhält mobile, elektrisch steuerbare Hubpodeste, mit denen verschiedene Veranstaltungsformen in kurzer Zeit eingerichtet werden können. Optisch prägen klare geometrische Strukturen den neuen Konzertsaal. Den Höhepunkt bildet eine fest installierte Orgel, die mit 61 Registern besonders für das sinfonische Repertoire des 19. und 20. Jahrhunderts geeignet ist und damit einmalig in der Dresdner Orgellandschaft sein wird. Im Bühnengeschoss werden unter anderem Stimmzimmer für verschiedene Instrumentengruppen, Einzelgarderoben für Gastkünstler, ein Lager für Tasteninstrumente, ein internes Bistro und Büros für die Angestellten des Hauses und der Dresdner Philharmonie eingerichtet. Im Erdgeschoss befinden sich ein Probensaal, die Garderoben für die Orchestermitglieder und Lager- und Archivräume. Weitere Lager für Equipment und die Probenräume für Schlagzeug sind im Keller untergebracht. Ein großer Lastenaufzug mit direktem Außenzugang verbindet alle drei Ebenen des Backstage-Bereiches. Der Bühneneingang an der Nordseite ist als zentraler Eingang für Künstler und Personal vorgesehen. 

 

 

 

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