Grundsteinlegung am Brand- und Katastrophenschutzzentrum mit Regionalleitstelle in Übigau

Zahlreiche Gäste verfolgten am Montag, dem 08.12.2008 um 12:30 Uhr die feierliche Grundsteinlegung.

Der Bürgermeister für Ordnung und Sicherheit, Detlef Sittel, befüllte unter Moderation des Amtsleiters des Brand- und Katastrophenschutzamtes, Andreas Rümpel, gemeinsam mit dem Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium des Innern, Dr. Michael Wilhelm, die Schatulle mit zahlreichen Dokumenten, Zeitungen und Münzen. Er versenkte sie anschließend bei musikalischer Umrahmung durch das Blasorchester der Feuerwehr Dresden im Mauerwerk.

Je von einem Hammerschlag begleitet folgten die drei Hammersprüche für das Bauwerk.

Zuvor hatte Bürgermeister Sittel in seiner Ansprache die Bedeutung des Gebäudes für die weitere Verbesserung der Arbeitsbedingungen des Brand- und Katastrophenschutzamtes betont. Speziell ging er dabei auf die Dringlichkeit der Erneuerung der Leitstellentechnik  ein. Er verwies jedoch auch auf noch nicht gelöste Abstimmungsprobleme zwischen den Nutzern der künftigen Regionalleitstelle.

Auch Staatssekretär Wilhelm wandte sich in einem Grußwort an die Gäste und die künftigen Nutzer des Gebäudes.  

Nach den Hammersprüchen
Die Schatulle wird eingemauert

Gemäß Stadtratsbeschluss vom 23. September 2004 wurde die Planung des Brandschutz-, Rettungsdienst- und Katastrophenschutzzentrums mit integrierter Leitstelle für die Landeshauptstadt am Standort Dresden-Übigau veranlasst.

Die bestehende Leitstelle aus dem Jahr 1995 wurde ursprünglich für rund 38.000 Einsatzdispositionen im Jahr geplant und errichtet. Dafür wurden acht Arbeitsplätze eingerichtet. Es werden alle Einsätze zur Brandbekämpfung, der technischen Hilfeleistung zur Notfallrettung und des Krankentransportes disponiert. Außerdem fungiert die Leitstelle als Koordinierungsstelle für die Verlegung von Notfallpatienten mit Luftfahrzeugen für gesamt Sachsen.

Mittlerweile liegt die Auslastung der Leitstelle z.B. im Jahr 2007 bei 135.860 Einsatzdispositionen. Es gibt somit keinerlei Einsatzreserven. Auch wegen der inzwischen veralteten Technik kommt es zu Störungen. Ersatzteile sind schwer zu beschaffen. Herstellerfirmen sind teilweise nicht mehr existent und Personal mit Systemkenntnissen bei den Wartungsfirmen ist knapp.

Gleichzeitig ist die Zahl der Rettungswachen und Rettungsdienstfahrzeuge, die von der Leitstelle eingesetzt werden, gestiegen. Mit dem alten Leitsystem wird dies immer komplizierter und stellt für das Leitstellenpersonal eine außerordentliche Belastung dar. Moderne Leitstellensoftware wird dieses Problem lösen. Das alte Leitsystem lässt den Einsatz technischer Innovationen, z. B. die GPS-Unterstützung nicht zu.

Da eine neue Leitstelle in kein bestehendes Gebäude der Feuerwehr untergebracht werden konnte, kam nur ein Neubau in Frage. Mit der Planung des Brandschutz-, Rettungsdienst- und Katastrophenschutzzentrums konnte auch die Absicht, die Verwaltung des Amtes an einem Standort zu konzentrieren, umgesetzt werden.   

Kurz vor der Baugenehmigung im Jahr 2007 wurde die Landeshauptstadt durch den Freistaat beauftragt, die Leitstelle derart zu planen, dass sie die Funktion einer integrierten Regionalleitstelle für die Stadt und die damaligen Landkreise Meißen, Riesa-Großenhain, Weißeritzkreis und Sächsische Schweiz erfüllen kann.

Somit stieg die durch die Leitstelle zu betreuende Einwohnerzahl von etwa 500.000 auf mehr als eine Million und die Fläche um ein Vielfaches. Die vorgesehene Zahl der Disponentenarbeitsplätze musste vergrößert und der Leitstellenraum um ca. 50 Prozent erweitert werden. Es musste also ein neuer Grundriss erstellt werden.

Die Umplanung gestaltete sich schwierig, da es seitens der künftig beteiligten Leitstellenbereiche keine verlässlichen Informationen über den tatsächlichen Umfang der räumlich aufzunehmenden Funktionen aus den Landkreisen gab. Die Umplanung verzögerte den Baubeginn schließlich um über ein Jahr, was in Anbetracht der Situation der alten Leitstelle nicht unproblematisch ist.

Für den geplanten Gesamtkomplex mit den Bauteilen – Verwaltungsgebäude mit Regionalleitstelle, Fahrzeughalle und Lager- und Werkstattgebäude sind 28.1 Mio. Euro veranschlagt. Voraussichtlich im dritten Quartal 2010 wird das viergeschossige Verwaltungsgebäude in Betrieb genommen. Es bildet dann eine funktionelle Einheit mit der bestehenden Feuerwache Übigau und nimmt mit einer Nettogeschossfläche von 6.000 m² alle wesentlichen Bürobereiche des Amtes auf. Die Regionalleitstelle und ein Führungs- und Lagezentrum für Großschadenslagen und Katastrophen befinden sich im vierten Obergeschoss. Technikräume für die Leitstelle werden in gesicherten Bereichen untergebracht. Die unteren Geschosse sind für die Verwaltungs- und Führungsfunktionen vorgesehen. Das Verwaltungsgebäude wird vollständig unterkellert.

Angrenzend ist eine eingeschossige Halle (2.500 m²) für Einsatzfahrzeuge aller Größenkategorien und ein zweigeschossiges Lager- und Werkstattgebäude (3.500 m²) geplant. Hier wird auch der Desinfektionsbereich für Rettungsdienstfahrzeuge eingerichtet.

Der Einsatz modernster technischer Komponenten der Sanitär-, Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik, der Elektrotechnik sowie einer gewerkeübergreifenden Regelungstechnik schafft die Voraussetzung für eine wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Nutzung des Gebäudes. Wasserspartechnik, eine Regenwassernutzungsanlage, die nutzungsorientierte Aufteilung der Heizkreise, Einzelraum- und Zonenregelung, intelligente Pumpentechnik, Abluft-Abwärmenutzung, präsenzgesteuerte Lüftungsanlagen, Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, der Einsatz von bedarfsabhängigen Kälteanlagen sowie Abwärmenutzung aus Abwasser sind einige der zahlreichen Maßnahmen zur Senkung von Energieverbrauch und Betriebskosten.

Quelle: www.dresden.de

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