Dresden verleiht den Erlweinpreis

Pressemitteilung der LH Dresden vom 03.11.2016

Die Landeshauptstadt Dresden vergibt aller vier Jahre seit dem 125. Geburtstag von Hans Erlwein im Jahr 1997 den Erlweinpreis. Dieses Jahr wird der Preis am Freitag, 4. November 2016 zum siebten Mal verliehen.  

Am 21. September 2016 beriet eine Jury bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern des Stadtrates, der Fakultät Architektur der TU Dresden, der Architektenkammer Sachsen, der Ingenieurkammer Sachsen, des Bundes Deutscher Architekten Sachsen und der Sächsischen Akademie der Künste, Klasse Baukunst sowie den Beigeordneten für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr und Kultur und Tourismus über die Vergabe des Preises und die Besonderen Anerkennungen und entschied wie folgt:

Der Erlweinpreis 2016 wird vergeben für die

  • Komplexe Sanierung des Schulgebäudes, den Erweiterungsbau und den Neubau einer Turnhalle der 81. Grundschule "Robert Weber"
    Standort: Robert-Weber-Straße 5
    Architekt: ARGE Rieger Architektur GbR und ASD Architektur und Ingenieurbüro,Dresden
    Bauherr: Landeshauptstadt Dresden

Das Vorhaben wurde von der Jury wie folgt bewertet: Die Sanierung und Erweiterung der 81. Grundschule wurde im besonderen Maße als gelungenes Beispiel der Verflechtung von historischer Bausubstanz mit einem modernen Erweiterungsbau angesehen. Die sensible Sanierung des Altbaus ermöglichte den Erhalt von vielen historischen Flächen und Bauteilen. Fast unauffällig fügt sich der Erweiterungsbau an das historische Schulgebäude an und schränkt die Wirkung des ehemaligen solitären Baukörpers keineswegs ein. Als besonders beachtenswert wurde von der Jury die Einordnung der neuen Gebäudeteile in den Landschaftsraum bewertet. Der Gebäudekomplex folgt den Staffelungen des Außenraumes und lässt an zahlreichen Stellen sehr attraktive Blickbeziehungen in die Landschaft zu. Auch die Anordnung der Innenräume lässt zahlreiche Durch- und Einblicke zu, was dem Haus einen offenen, angenehmen Charakter verleiht. Die Innenraumgestaltung ist selbstverständlich und lässt Spielraum für die Präsentation von Schülerarbeiten.

Die Jury empfand ein hohes Maß an Identifikation von Lehrern und besonders von Schülern mit ihrem neuen Schulgebäude. Die Anordnung und Gestaltung der Außenräume wurde zweckmäßig für den Bewegungsdrang der Schüler angesehen. Die teilweise Überdachung ermöglicht eine wetterunabhängige Nutzung. Die Integration des Außen- in den Innenraum wurde durch große Glasflächen wirkungsvoll umgesetzt. Die liebevolle Detailgestaltung rundet die gelungene architektonische Leistung ab. Das Projekt zeigt auf ausgesprochen gelungene Art und Weise, wie das Verständnis von Schule um 1900 mit den heutigen Vorstellungen und aktuellen Lernkonzepten auch im Architektonischen verbunden werden kann. Die sorgsame Sanierung würdigt das stolze bestehende Schulgebäude und der Erweiterungsbau schafft selbstbewusst und unaufgeregt Platz für die Ideen der Gegenwart. 

Eine besondere Anerkennung der Jury erhalten die folgenden Vorhaben: 

  • Umbau und Sanierung St. Pauli Kirchruine
    Standort: Königsbrücker Platz
    Architekt: Dähne Architekten, Dresden, Bauherr: STESAD GmbH, Dresden
  • Sanierung 6. Grundschule "Am Großen Garten"
    Standort: Fetscherstraße 2
    Architekt: ARGE Klinkenbusch + Kunze BDA und hänel furkert architekten BDA, Dresden, Bauherr: Landeshauptstadt Dresden
  • Neubau Mehrfamilienhaus Hospitalstraße
    Standort: Hospitalstraße 17
    Architekt: ARGE dd1 Architekten und Friedemann Rentsch Architektur, Dresden, Bauherr: LOFTCOMING Immobilien GmbH, Dresden

Zur Bewerbung um den Erlweinpreis 2016 konnten Bauvorhaben eingereicht werden, die sich auf dem Gebiet der Landeshauptstadt Dresden befinden und deren Fertigstellungstermin zwischen dem 1. Januar 2012 und dem 31. Dezember 2015 lag. Der Erlweinpreis ist mit 10 000 Euro dotiert. Die nächste Preisvergabe findet 2020 statt. 

Hans Erlwein hat in seiner Wirkungszeit als Dresdner Stadtbaurat von 1904 bis 1914 zahlreiche Bauten für die Stadt entworfen und errichtet, mit denen er Maßstäbe für die gestalterische Bewältigung von Bauaufgaben für Profanbauten innerhalb eines sensiblen Stadtgefüges und deren Verknüpfung mit technischen Neuerungen im Industriebau setzte.

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