Corona: Wenn der Chef in Dresden beim Jubiläum passen muss

IN: DNN vom 7.05.22

Manchmal muss der Chef aber auch passen und aus der Ferne zuschauen. Weil er Corona hat. Wie beim 30-jährigen Jubiläum der städtischen Gesellschaft Stesad GmbH in Dresden.

Axel Walther Geschäftsführer der städtischen Tochter Stesad GmbH, war nicht körperlich anwesend beim 30-jährigen Jubiläum des Unternehmens, das er leitet. Zwei Jahre widerstand Walther den Attacken des Coronavirus – pünktlich zum Firmenjubiläum aber wurde er positiv getestet.

Immerhin ist der Verlauf nicht so schwer, dass Walther nicht anwesend sein konnte. Via Internet war der Geschäftsführer zugeschaltet und sagte zu Beginn seiner Rede vor seinem beeindruckenden Bücherregal: „Ich fasse mich kurz, weil man in Deutschland nicht weiß, wie lange man stabiles Internet hat.“ Welch visionäre Worte: Kurz vor Ende der Rede begann es zu ruckeln und flimmern. Da hatte das Internet die Stabilität verloren.

Stadtentwicklungs- und Sanierungsgesellschaft Dresden heißt Stesad ausgeschrieben. Gegründet wurde die Tochtergesellschaft von der Stadt 1992 für die Sanierung der heruntergekommenen Äußeren Neustadt und des nicht weniger heruntergekommenen Hechtviertels. 20 Mitarbeiter waren es zum Start, bis heute hat sich die Belegschaft verfünffacht und die Frauenquote liegt bei 62 Prozent, wie Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) erwähnte.

Stesad zieht die Fäden

Äußere Neustadt und Hechtviertel sind längst vorzeigbare Stadtteile, die Stesad befasst sich aber immer noch mit Stadtentwicklung und dazu mit Projekt- und Immobilienmanagement. Ob Kraftwerk Mitte, Kulturpalast, Heinz-Steyer-Stadion, neues Verwaltungszentrum oder Schulcampus Tolkewitz – bei vielen städtischen Bauvorhaben zieht die Stesad die Fäden.

Seit 2019 klimaneutral

„Die Bauwirtschaft verursacht 38 Prozent des weltweiten Kohlendioxid-Ausstoßes“, erklärte Walther, die Stesad stelle sich ihrer Verantwortung und sei seit 2019 klimaneutral. „Wir müssen auch kompensieren, aber nicht nur“, so der Geschäftsführer. Stromsparende LEDs, mehr als die Hälfte der Fahrzeugflotte mit Elektroantrieb, Photovoltaik auf dem Dach des Firmensitzes, ein Zehn-Euro-Jobticket für die Beschäftigten oder die Möglichkeit, Jobräder zu leasen sind die Beiträge zur Klimaneutralität.

Denkfabrik und Kompetenzzentrum

Gerne werde die Stesad die Stadt auf ihrem Weg in die Klimaneutralität unterstützen, bot Walther an, das Unternehmen realisiere bereits immer mehr Projekte nach den Grundsätzen des nachhaltigen Bauens und verwende neue Baustoffe. Stesad-Prokurist Sebastian Küfner sieht die Stesad der Zukunft als Denkfabrik und Kompetenzzentrum, beispielsweise für Digitalisierung oder autonomes Fahren. „Solche Visionen sind ja längst keine Spinnerei mehr, sondern sie werden sich durchsetzen“, so Küfner. Dafür muss dann auch das Internet stabil sein. Die Stesad hilft der Stadt schon mal bei der Umsetzung des Digitalpakts für Schulen.

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