BNB-Goldplakette an Tolkewitzer Schulcampus angebracht

Trotz Temperaturen von 37 Grad erschien Dresdens Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) wie gewohnt mit dem Lastenrad. Und damit auf die passendste - nämlich nachhaltigste - Art und Weise zum Pressetermin anlässlich der BNB-Goldzertifizierung des durch die STESAD als Bauherr verantworteten Schulcampus Tolkewitz.

Zwar hatte die frohe Kunde von Deutschlands ersten nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) mit Gold prämierten kombinierten Schulbau (Gymnasium und Oberschule) bereits vor gut einem Jahr die Runde gemacht. Dennoch organisierten die Landeshauptstadt Dresden und die STESAD am 21. August 2020 einen Pressetermin, um nun auch das sichtbare Zeichen der Prämierung, die BNB-Plakette in Gold sowie die zugehörige Urkunde des Steinbeis-Transfer-Instituts für Bau- und Immobilienwirtschaft, am bzw. vor dem Schuleingang zu präsentieren. Nebst Raoul Schmidt-Lamontain erläuterten STESAD-Geschäftsführer Axel Walther sowie die maßgeblich am Bauprojekt beteiligten STESAD-Mitarbeiter*innen Claus Brusch, Barbara Dittmer und Leonore Brüllke die Besonderheiten des ausgezeichneten Baus und welche Aspekte bei der strengen Zertifizierung eine Rolle gespielt haben. Zudem standen die Herren Walther und Schmidt-Lamontain für Fotos mit der Gold-Plakette bereit.

Im Nachgang des Termin veröffentliche die Landeshauptstadt folgende Pressemitteilung:

Der 2018 eröffnete Schulcampus Dresden-Tolkewitz hat die Gold-Zertifizierung entsprechend des Bewertungssystems für nachhaltiges Bauen (BNB) des Bundesbauministeriums erhalten. Dresdens Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain zeigte sich erfreut über den erreichten Standard: „Bauen kann nachhaltig sein. Der schonende Umgang mit den Ressourcen dieser Welt ist gerade für eine wachsende Stadt wie Dresden von besonderer Bedeutung. Für die erfolgreiche Zertifizierung werden verschiedene Gesichtspunkte beim Bau eines Gebäudes beachtet und streng geprüft. Dazu zählen unter anderem ökologische, ökonomische und soziokulturelle Qualitäten. All das fließt in die Bewertung ein. Umso mehr freue ich mich, dass wir mit dem Schulcampus Tolkewitz neue Maßstäbe in Dresden und Sachsen setzen konnten. Herzlichen Glückwunsch auch an die STESAD GmbH, die als Bauherr Nachhaltigkeitsziele immer im Blick behält.“

„Das ökologische Konzept entspricht dem Leitfaden energiesparendes Bauen der Landeshauptstadt Dresden. Bei der Wahl der Materialien und Baustoffe wurde auf Langlebigkeit, abgestimmte Nutzungsdauern entsprechend der Nutzungszyklen und geringe Verschleißerscheinungen Wert gelegt. Auf dem Dach der Oberschule wurde zudem eine Photovoltaikanlage gebaut, wodurch der Strombedarf für den Dauerbetrieb der Anlagen der Schule zu großen Teilen gedeckt werden kann,“ erläutert Axel Walther, Geschäftsführer der STESAD GmbH. Hinter der BNB-Zertifizierung steckt ein strenger Kriterienkatalog zur ganzheitlichen Betrachtung und Bewertung von Nachhaltigkeitsaspekten für Gebäude. Entwickelt wurde dieser Katalog durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, wissenschaftlich begleitet durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Für die BNB-Beratung- und Auditierungsleistung beim im Februar 2018 eröffneten Schulcampus Tolkewitz ist das Lübecker Büro MNP Ingenieure zuständig, welches über jahrelange Expertise in den Bereichen Nachhaltiges Bauen – Energie und Bauphysik verfügt. Die finale BNB-Prüfung hat ergeben, dass die Schul- und Sportgebäude den Kriterienkatalog zu 80,2 Prozent erfüllen. Dies berechtigt zur Auszeichnung in Gold.

Neben der Primärkonstruktion ohne Ersatzzyklus innerhalb der 40 Jahre Lebenszyklusanalyse war auch für die Sekundärkonstruktion und die sichtbaren Oberflächen Dauerhaftigkeit ein wichtiges Ziel. Dabei wurden Aspekte der Aufwendungen für Herstellung, Wartung, Instandhaltung, Rückbau und Verwertung ökologisch und wirtschaftlich gegeneinander abgewogen. Eine Besonderheit des Projektes, ist die Integration beider Bildungseinrichtungen unter einem Dach. In Weiterentwicklung des Campus-Gedankens entstand zur Schaffung von Synergieeffekten ein Konzept der schulübergreifenden Flächenverteilung, Erschließung und Gestaltung. Grundprinzip ist die klare Zuweisung getrennt oder gemeinsam genutzter Räume bei gleichzeitiger Option zur flexiblen Anpassung. Die Baukörperpositionierung führt zu einer stadträumlichen Situation, aus der die ursprüngliche Nutzung des Areals als Straßenbahnhof weiterhin ablesbar ist. Sichtbares Zeichen ist der denkmalgeschützte Vorplatz mit den historischen Schienensträngen und der teilweise Erhalt der östlichen Wagenhalle sowie der südlichen Giebelwand, auch die langgestreckte Hoffläche zitiert die früheren baulichen Anlagen.

Fotos: STESAD GmbH

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