Abschluss der Sicherungsarbeiten an der St. Pauli Kirchruine


Im August 2005 hatte der Absturz eines großen Gesimsteiles vom Glockenturm der St. Pauli Kirchruine den Theaterspielbetrieb in der Saison 2005 abrupt beendet.

Das öffentliche Interesse ist groß gewesen, dass dieses Ereignis nicht das endgültige AUS für den TheaterRuine St. Pauli e. V. und seine Veranstaltungen in der Kirchruine darstellt.

Im Zusammenhang mit der Ausgliederung aus dem WOBA-Konzern wurde die Stadt-Tochter STESAD GmbH beauftragt, die Kirchruine und die weitere Nutzung als kulturellen Mittelpunkt des Sanierungsgebietes „Hechtviertel“ zu sichern.

Mit Beschluss vom 22.09.2005 des Stadtrates und dem Beschluss im Finanzausschuss am 21.11.2005 stellte die Stadt Finanzmittel in Höhe von 300.000 EUR zur Sicherung der Kirchruine und Wiederherstellung der Bespielbarkeit bereit.

Nachdem damit die Finanzierung gesichert war, beauftragte die STESAD GmbH sofort die Ingenieurgesellschaft Hochbau und das Architekturbüro Dähne Architekten mit der Schadensermittlung und der Planung der Sicherungsmaßnahmen. Dazu war es erforderlich die Einrüstung der Kirchruine in Auftrag zu geben. Die Einrüstung der Kirche wurde noch Mitte Dezember 2005 begonnen und Ende Januar 2006 endgültig abgeschlossen. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen, die Schadensermittlung aus der Nähe vorzunehmen. Parallel erfolgte die Ausschreibung der Bauleistungen. Ende Februar 2006 wurde die ausführende Firma gebunden.

Folgende Arbeiten wurden durchgeführt:

  • Abschlagen und Abnehmen aller losen und absturzgefährdeten Teile,
  • neues Dach auf dem Glockenturm;
  • Verankerung der noch vorhandenen Gewölbeansätze und ausgewählter Sandsteinelemente mit der Gebäudewand;
  • Einbau von Stahlnetzen an ausgewählten Fenstern im Glockenturm als Absturzsicherung für evtl. lose und porös werdende Sandsteinteile;
  • neue Ringbalken auf beide Giebel und die östliche Langhauswand zwecks Sicherung der Stabilität und Erhalt dieser Gebäudeteile.

Diese Arbeiten sind nunmehr abgeschlossen. Der Kostenrahmen wurde eingehalten. Und dies, obwohl ein langer Winter den Beginn der Bauarbeiten verzögerte und weitere unerwartete Probleme auftraten.

So war der Umfang der losen und zu verankernden Teile viel größer als ursprünglich angenommen. Die vorgefundene Geometrie nach Abbruch des Glockenturmdaches bedingte eine Umplanung der Dachkonstruktion. Damit verzögerte sich die Lieferzeit der Fertigteile für die Dachplatte. Längere Lieferzeiten gibt es auch für die Stahlnetze, die als Absturzsicherung in einige Fenster des Glockenturmes eingebaut werden. Diese Maßnahme ist aus denkmalpflegerischen Gesichtspunkten notwendig um das vorhandene Maßwerk in Fenstern zu erhalten und evtl. durch die Verwitterung porös werdende Teile vor dem Absturz zu sichern.

Die Bauarbeiten liefen bis zum 02.06.2006 unter Hochdruck, damit die Arbeiten am Glockenturm pünktlich bis zur Spielbetriebsaufnahme soweit fertiggestellt wurden, um die Nutzungsfreigabe durch die Bauaufsicht zu erhalten. In den folgenden 2-3 Wochen wird auch am Glockenturm das Gerüst fallen.

Die STESAD GmbH übergab am Freitag vergangene Woche nach Freigabe durch die Bauaufsicht dem TheaterRuine St. Pauli e. V. die Kirchruine wieder zur Nutzung als Sommerspielstätte und hofft, dass auch in der Saison 2006 reger Publikumszuspruch an den Veranstaltungen zu verzeichnen sein wird.

Nach dem Abschluss der Sicherungsarbeiten sind alle Gefahren bei der Nutzung der Kirchruine vorläufig gebannt bzw. abgewendet. Mittelfristig ist jedoch eine grundlegende Sanierung der Kirchruine unbedingt erforderlich, um das noch ungeschützte Innenmauerwerk dauerhaft vor Witterungseinflüssen, insbesondere gegen Nässe und Frost zu schützen.
Hierzu untersucht die STESAD GmbH zur Zeit verschiedene Sanierungsvarianten unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes, der Förderfähigkeit und der Kostenoptimierung. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, dass mit der St. Pauli Kirche nicht eine dem Verfall preisgegebene Ruine, sondern eine angemessen sanierte Kulturstätte zum Mittelpunkt und Wahrzeichen des Hechtviertels wird.

Zurück