Sanierungsgebiet Neumarkt

Größe: 34ha
Lage: direktes Stadtzentrum von Dresden
Beginn: 2002 mit der förmlichen Festlegung des Sanierungsgebietes
Ende: voraussichtlich 2018
Sanierungsbeauftragte: STESAD GmbH, seit 2004
Projektsteuerung: STESAD GmbH, seit 2002
Bevölkerung:

2002: 305 Einwohner

2008: 436 Einwohner

2011: 491 Einwohner

Leistungszeit der STESAD: seit 2002

 

Leistungen der STESAD GmbH

  • Tätigkeit als Sanierungsbeauftragter und Projektsteuerer der Landeshauptstadt Dresden
  • Übergeordnete Verfahrenssteuerung in Zusammenarbeit mit der städtischen Projektgruppe
  • Übergeordnete Koordinierung von öffentlichen und privaten Planungen und Baumaßnahmen im Sanierungsgebiet
  • Vorbereitung der öffentlichen Erschließungsmaßnahmen in technischer, zeitlicher und finanzieller Hinsicht in Zusammenarbeit mit dem Straßen- und Tiefbauamt und deren Abstimmung mit privaten Vorhabenträgern und Eigentümern
  • Führung der Kosten- und Finanzierungsübersicht
  • Schaffung von förderrechtlichen Voraussetzungen für die Sanierung wichtiger Einrichtungen in Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungsamt (z. B. Stadtmuseum, Überdachung des Innenhofes des Studentenclubs Bärenzwinger)
  • Dokumentation aller Abstimmungen und Beratungen
  • Leitung der Projektgruppe Neumarkt und der Projektgruppe Ämter

Geschichte

  • bis 1548 war die heutige Innenstadt von der Stadtmauer in zwei Bereiche geteilt
  • der größere südwestliche und innerhalb der Stadtmauer liegende Teil umfasste neben dem Residenzschloss die Quartiere um den Jüdenhof und die Schlossstraße
  • der kleinere, nordöstlich vor dem Frauentor gelegene Teil, der spätere Neumarkt, bestand aus einer kleinen Ansiedlung
  • im Zuge des Abrisses der alten Stadtmauer und der Errichtung der neuen Befestigungsanlage (Bastion) wurde der Neumarkt in die Stadtstruktur integriert
  • mit der Regentschaft von Friedrich August II. begann ab 1694 eine Blütezeit in der baulichen Entwicklung des Neumarktgebietes
  • mit dem Bau der Frauenkirche (Bähr, 1726-43) erhielt nicht nur der Neumarkt seine räumliche Dominante, sondern die Stadtsilhouette insgesamt ihren malerischen Höhepunkt
  • im Zuge der reichen Bautätigkeit in Dresden um die vorletzte Jahrhundertwende wurden auch im Neumarktgebiet wichtige stadtbildprägende Einzelgebäude errichtet (z.B. Kunstakademie, Polizeipräsidium, Sächsische Ständehaus)
  • durch die Luftangriffe im Februar 1945 wurde die Innere Altstadt fast vollständig zerstört
  • zu Zeiten der DDR wurden zwar einige Gebäude, wie die Hofkirche, wieder aufgebaut, weite Bereiche des Neumarktgebietes blieben jedoch Brachflächen, da sich die Neubautätigkeit vor allem auf die Wilsdruffer Straße konzentrierte
  • die Neubauten aus dieser Zeit wurden nicht am historischen Stadtgrundriss orientiert
  • insbesondere die in den 50er Jahren neu aufgebaute Wilsdruffer Straße verlässt in ihrer überproportionalen Dimension den Maßstab der historischen Altstadt
  • seit 1990 ist die Geschichte des Neumarktgebietes dadurch geprägt, dieses mit Quartiersbebauung und Straßen nach historischem Vorbild in den alten Grundstücksgrenzen wieder aufzubauen

 

Sanierungsgebiet Neumarkt

  • die wesentlichen Mängel des Neumarktgebietes zu Beginn der Sanierungsmaßnahme waren gekennzeichnet durch innerstädtische Brachflächen, fehlende städtebauliche Raumbildung und Funktionsschwächen
  • daher gehörte der Wiederaufbau des Neumarktgebietes zu den zentralen Themen der gegenwärtigen Dresdner Stadtentwicklung
  • neben der Wahrung des historischen Kontextes im Kern der Dresdner Altstadt stellt sich auch die Frage, wie die Anlehnung an der Historie den zukünftigen Anforderungen an die Funktionalität der Innenstadt gerecht werden kann
  • die seit der Zerstörung der Dresdner Innenstadt im 2. Weltkrieg verloren gegangene Identität der Stadtmitte sollte durch eine weitestgehende Wiederherstellung der alten Stadtstruktur zurückgewonnen werden; daher war die städtische Zielstellung: den Wiederaufbau der Quartiere soweit als möglich am historischen Stadtgrundriss zu orientieren
  • dabei sollten v.a. private Investoren und Bauherren den Wiederaufbau des Neumarktgebietes realisieren
  • die Errichtung von Gebäuden, darunter auch zahlreichen Leitbauten, ist in den meisten Quartieren bereits erfolgreich realisiert, weitere Quartiersbebauungen werden folgen
  • die Weihung der rekonstruierten Frauenkirche am 20.10.2005 stellte einen Meilenstein für die Entwicklung des Sanierungsgebietes dar

Ziele der Gebietsentwicklung

  • die Stärkung der innerstädtischen Funktionen und des Wohnungsbestandes,
  • die Erhaltung bzw. Schaffung kompakter Stadtstrukturen,
  • die Anpassung und Gestaltung des öffentlichen Raumes,
  • die Stärkung des innerstädtischen Einzelhandels und Gewerbes, als auch
  • die Sanierung von erhaltenswerten innerstädtischen Gebäuden

umgesetzte Maßnahmen

  • (Teil) Umgestaltung bzw. Herstellung von Frei- und Verkehrsanlagen:
    • Schloßstraße, Rosmaringasse, Schössergasse, Sporergasse, Kanzleigäßchen, Jüdenhof, Friesengasse, Frauenstraße, Schießgasse, Tzschirnerplatz, Rampische Straße, Salzgasse, Galeriestraße, Landhausstraße
  • die besondere Bedeutung der im Neumarktgebiet weiterhin erforderlichen recht umfangreichen Ordnungsmaßnahmen im öffentlichen Frei- und Verkehrsraum liegt darin, dass diese der Zielstellung einer komplexen, hochwertigen, die historische Stadtstruktur aufgreifenden Gestaltung des Gesamtgebietes Rechnung tragen sollen
  • Damit wird das Gebiet künftig zum einen seiner Rolle als bedeutender, wenn nicht gar bedeutendster Innenstadtbereich der Landeshauptstadt Dresden im wirtschaftlichen und touristischen Sinne gerecht und zum anderen werden erst durch die hochwertige Gestaltung der öffentlichen Räume die gewünschten privatwirtschaftlichen Investitionen in den Quartieren (standortgerechte Neubebauungen, Nutzungszuführung) angeregt und ermöglicht
  • Dies war und ist ein vorrangiges Sanierungsziel im Neumarktgebiet und soll auch künftig entsprechend konsequent weiter verfolgt werden

geplante Maßnahmen

  • die bis zum Jahr 2018 vorgesehenen Ordnungsmaßnahmen im Sanierungsgebiet Neumarkt besitzen für die Landeshauptstadt Dresden eine sehr hohe Priorität:
    • Schloßstraße östlicher Gehweg zwischen Rosmaringasse und Sporergasse,
    • Rosmaringasse nördlicher Gehweg,
    • Sporergasse südlicher Gehweg,
    • Schössergasse Süd, westlicher und östlicher Gehweg,
    • Jüdenhof westlicher Gehweg,
    • Schuhmachergasse,
    • Friesengasse westlicher Gehweg und
    • Frauenstraße südlicher Gehweg zwischen Galeriestraße und Schuhmachergasse
  • Gestaltung der Freifläche am Gewandhaus
  • Gestaltung Umfeld Kulturpalast
  • die Umgestaltung bzw. Herstellung weiterer Frei- und Verkehrsanlagen ist in Abhängigkeit zu Hochbauprojekten, wie der Sanierung des Kulturpalastes als Gemeinbedarfseinrichtungen sowie der noch nicht bebauten Flächen des Neumarktes zu realisieren
  • es besteht nach wie vor ein breites Interesse der Öffentlichkeit und privater Bauherren am Baugeschehen in den Quartieren und an den Maßnahmen im öffentlichen Raum