Sanierungsgebiet Neumarkt

Größe: 34ha
Lage: direktes Stadtzentrum von Dresden
Beginn: 2002 förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes
Ende: voraussichtlich 2015
Sanierungsbeauftragte: STESAD GmbH, seit 2004
Bevölkerung:

2002: 305 Einwohner

2008: 436 Einwohner

Leistungszeit: seit 2002

Leistungen der STESAD GmbH

  • Tätigkeit als Sanierungsbeauftragter der Landeshauptstadt Dresden
  • Übergeordnete Verfahrenssteuerung in Zusammenarbeit mit der städtischen Projektgruppe
  • Übergeordnete Koordinierung von öffentlichen und privaten Planungen und Maßnahmen im Sanierungsgebiet
  • Vorbereitung der öffentlichen Erschließungsmaßnahmen in technischer, zeitlicher und finanzieller Hinsicht in Zusammenarbeit mit dem Straßen- und Tiefbauamt und deren Abstimmung mit privaten Vorhabenträgern und Eigentümern
  • Führung einer Kosten- und Finanzierungsübersicht
  • Schaffung der förderrechtlichen Voraussetzungen für die Sanierung wichtiger Einrichtungen wie das Stadtmuseum und die Überdachung des Innenhofes des Studentenclubs Bärenzwinger in Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungsamt
  • Dokumentation aller Abstimmungen und Beratungen sowie Erstellung von Monatsberichten
  • Leitung der Projektgruppe Neumarkt und der Projektgruppe Ämter

 

Geschichte

Luftaufnahme des Sanierungsgebietes (2002)
  • bis 1548 war die heutige Innenstadt von der Stadtmauer in zwei Bereiche geteilt
  • der größere südwestliche und innerhalb der Stadtmauer liegende Teil umfasste neben dem Residenzschloss die Quartiere um den Jüdenhof und die Schlossstraße
  • der kleinere, nordöstlich vor dem Frauentor gelegene Teil, der spätere Neumarkt, bestand aus einer kleinen Ansiedlung
  • im Zuge des Abrisses der alten Stadtmauer und der Errichtung der neuen Befestigungsanlage (Bastion) wurde der Neumarkt in die Stadtstruktur integriert
  • mit der Regentschaft von Friedrich August II. begann ab 1694 eine Blütezeit in der baulichen Entwicklung des Neumarktgebietes
  • mit dem Bau der Frauenkirche (Bähr, 1726-43) erhielt nicht nur der Neumarkt seine räumliche Dominante, sondern die Stadtsilhouette insgesamt ihren malerischen Höhepunkt
  • im Zuge der reichen Bautätigkeit in Dresden um die vorletzte Jahrhundertwende wurden auch im Neumarktgebiet wichtige stadtbildprägende Einzelgebäude errichtet (z.B. Kunstakademie, Polizeipräsidium, Sächsische Ständehaus)

 

Frauenkirche
  • durch die Luftangriffe im Februar 1945 wurde die Innere Altstadt fast vollständig zerstört
  • zu Zeiten der DDR wurden zwar einige Gebäude, wie die Hofkirche, wieder aufgebaut, weite Bereiche des Neumarktgebietes blieben jedoch Brachflächen, da sich die Neubautätigkeit vor allem auf die Wilsdruffer Straße konzentrierte
  • Neubauten aus dieser Zeit wurden nicht am historischen Stadtgrundriss orientiert
  • insbesondere die in den 50er Jahren neu aufgebaute Wilsdruffer Straße verlässt in ihrer überproportionalen Dimension den Maßstab der historischen Altstadt
  • seit 1990 ist die Geschichte des Neumarktgebietes dadurch geprägt, dieses mit Quartiersbebauung und Straßen nach historischem Vorbild in den alten Grundstücksgrenzen wieder aufzubauen

 

Sanierungsgebiet Neumarkt

Einstiegsbauwerk der Tiefgarage Neumarkt
  • die wesentlichen Mängel des Neumarktgebietes zu Beginn der Sanierungsmaßnahme waren gekennzeichnet durch innerstädtische Brachflächen, fehlende städtebauliche Raumbildung und Funktionsschwächen
  • daher gehört der Wiederaufbau des Neumarktgebietes zu den zentralen Themen der gegenwärtigen Dresdner Stadtentwicklung
  • neben der Wahrung des historischen Kontextes im Kern der Dresdner Altstadt stellt sich auch die Frage, wie die Anlehnung an der Historie den zukünftigen Anforderungen an die Funktionalität der Innenstadt gerecht werden kann
  • die seit der Zerstörung der Dresdner Innenstadt im 2. Weltkrieg verloren gegangene Identität der Stadtmitte soll durch weitest gehende Wiederherstellung der alten Stadtstruktur zurückgewonnen werden; daher städtische Zielstellung: Wiederaufbau der Quartiere soweit als möglich am historischen Stadtgrundriss orientieren
  • dabei sollen v.a. private Investoren und Bauherren den Wiederaufbau des Neumarktgebietes realisieren
  • die Errichtung von Gebäuden, darunter auch zahlreichen Leitbauten, ist in einigen Quartieren bereits erfolgreich realisiert, weitere Quartiersbebauungen werden folgen

 

Ein- / Ausfahrt der Tiefgarage Frauenkirche
  • eine Tiefgarage unter dem Neumarkt mit öffentlich nutzbaren Stellplätzen durch eine private Investition wurde bereits errichtet
  • neben der Erneuerung im Umfeld von Frauenkirche und Neumarkt stellt die Aufwertung der Wilsdruffer Straße einen weiteren Schwerpunkt des Sanierungskonzeptes dar
  • die gegenwärtige "Durchschneidung" der Altstadt, infolge der Überbreite und fehlenden attraktiven Nutzung (z.B. Straßencafes) des Straßenraumes, ist Anlass für Verbesserungsmaßnahmen (z.B. attraktive Gehwegbereiche und Querungen)
  • weitere Schwerpunkte des Sanierungskonzeptes sind die Sanierung des Stadtmuseums sowie des Kulturpalastes als Gemeindebedarfseinrichtungen