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Sanierungsgebiet Äussere Neustadt

Größe: 87,5ha
Lage: nördlich der Elbe zwischen Bischofsweg und Bautzner Straße
Beginn: 18.11.1991 förmliche Festlegung
Ende: voraussichtlich 2016
Sanierungsträger: STESAD GmbH, seit 1992
Bevölkerung:

1990: 10.161 Einwohner

2003: 12.081 Einwohner

2008: 14.618 Einwohner

Quelle: Landeshauptstadt Dresden, Kommunale Statistikstelle

Leistungszeit: seit 1992

Leistungen der STESAD GmbH

  • übergeordnete Verfahrenssteuerung in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Dresden
  • Beratung und Vertragsgestaltung zu Fördermaßnahmen, Abrechnung
  • Fortsetzungsanträge, Wirtschaftlichkeitsberechnungen
  • Treuhandschaft über Finanzen und Grundstücke
  • Sanierung von Gemeinbedarfseinrichtungen
  • Projektsteuerung von Straßenbaumaßnahmen
  • Öffentlichkeitsarbeit, Internetauftritt der Landeshauptstadt Dresden

 

Hintergrund

Luftanufnahme des Sanierungsgebietes (1999)
  • das Bund-Länder-Programm "Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen" dient der Vorbereitung und Durchführung städtebaulicher Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen zum weiteren Abbau von städtebaulichen Missständen und Entwicklungsdefiziten

 

Geschichte

Nordbad Innenansicht
  • die Äußere Neustadt befindet sich nördlich des Dresdner Stadtzentrums und ist das größte zusammenhängende Gründerzeitviertel Dresdens
  • 1701 wurde das Gelände durch August den Starken zur Bebauung freigegeben
  • im Jahre 1760 siedelten sich die ersten Bürger und Industrieunternehmen im Gebiet an
  • mit der Eingemeindung zur Stadt Dresden im Jahr 1832 setzte eine intensive Bautätigkeit ein; die Äußere Neustadt ist eine typische Stadterweiterung des ausgehenden 19. Jahrhunderts
  • Ende des 19. Jahrhunderts kam es zu einer verstärkten Ansiedlung von Industrie und Handel
  • 1880 eröffnete beispielsweise Herr Paul Pfund auf der heutigen Görlitzer Straße seinen ersten Laden. Pfunds Molkerei entwickelte sich zu einem der größten Milchunternehmen Deutschlands; der schönste Milchladen der Welt befindet sich auch heute noch auf der Bautzner Straße
  • in den Jahren 1879 bis 1883 wurde der Martin-Luther-Platz angelegt und die einzige Kirche der Äußeren Neustadt (Martin-Luther-Kirche) errichtet
  • der Bombenangriff auf Dresden 1945 auch zerstörte einzelne Gebäude; von weitgehenden Kriegszerstörungen blieb die Äußere Neustadt verschont
  • in den Jahrzehnten nach 1945 war das Stadtviertel dem Verfall preisgegeben - diese Vernachlässigung bewirkte eine soziale Entmischung

Sanierungsziele und -ergebnisse

Eröffnung eines Spielplatzes auf der Böhmischen Straße

Der besondere Wert der Äußeren Neustadt besteht darin, dass sie der Stadt Dresden trotz verheerender Kriegszerstörungen im 2. Weltkrieg bis heute fast vollständig erhalten geblieben ist; damit verfügt Dresden über ein städtebauliches Ensemble der Baukunst des 19. Jahrhunderts.

Auf Grund vielfältiger funktionaler, städtebaulicher und sozialer Probleme wurde im Jahr 1991 die Äußere Neustadt zum ersten und gleichzeitig größten Sanierungsgebiet erklärt. Ziel der Sanierungs- und Verbesserungsmaßnahmen ist die Entwicklung der Äußeren Neustadt zu einem attraktiven Quartier mit kleinteiliger Mischung von Wohn- und Gewerbenutzungen.

Der Schwerpunkt der ersten Jahre lag auf der Erhaltung der Bausubstanz (Sicherungsmaßnahmen), folgend die Instandsetzung und Modernisierung der Gebäude. Dazu wurden mit Eigentümern entsprechende Förderverträge über den Einsatz von Städtebaufördermitteln geschlossen. Heute sind fast 9 von 10 Wohnungen im Sanierungsgebiet instandgesetzt und modernisiert.

Seit 1998 liegt der Hauptschwerpunkt der städtebaulichen Erneuerung in der Gestaltung des Wohnumfeldes und der Qualifizierung der sozialen Infrastruktur. Spielplätze, Straßenräume und Gemeindebedarfseinrichtungen wurden und werden instandgesetzt, modernisiert und erheblich aufgewertet.

Bis zur geplanten Schließung des Sanierungsgebietes im Jahr 2016 sind wichtige Einzelmaßnahmen wie die Umgestaltung der Straßenräume um die Martin-Luther-Kirche, das Umfeld um das Kulturzentrum Scheune und die Erweiterung des Abenteuerspielplatzes Panama/Louisengrün für Schul- und Kindergartennutzung sowie dem öffentlichen Spielplatz zu realisieren.

Maßnahmen

Alaunstrasse nach der Umgestaltung
  • In den Jahren 2006 bis 2009 wurden die Gebäude der Musikschule der Stadt das Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden e.V. für modernen Musikunterricht umgebaut und saniert. Die Musikschule hast fast 5.000 Schüler im Alter von 6 Monaten bis in das hohe Rentenalter. Die Sanierung erfolgte durch die STESAD GmbH, dem treuhänderischen Sanierungsträger der Stadt Dresden.
  • Eine der wichtigsten Aufgaben im Sanierungsprozess war der Wiederaufbau des 1894 errichteten Nordbades. Im Dezember des Jahres 1996 wurde das Projekt unter Federführung des STESAD GmbH fertiggestelt und seitdem steht das Bad wieder den Bewohnern und Besuchern der Äußeren Neustadt und angrenzender Stadtteile zur Nutzung zur Verfügung.
  • Verbesserung der Wohnqualität durch Begrünung, Umgestaltung und Neuschaffung von Spielplätzen
  • Im Vordegrund der Ziele der Stadterneuerung steht seit 1998 die Aufwertung des Straßenraumes und die Ordnung des ruhenden und fließenden Verkehrs. Aufbauend auf dem Straßenraumgestaltungskonezpt wurden besonders in den Wohnstraßen die Straßenräume saniert.