DNN - Ein Beitrag von Franziska Schmieder
Dresden. Die Kirchruine St. Pauli am Königsbrücker Platz im Hechtviertel ist dicht. Ein rund 400 Quadratmeter großes Glasflachdach schützt nun das historische Gemäuer vor Witterungseinflüssen. Gleichzeitig endet für die Anwohner der allsommerliche Ärger aufgrund der Geräuschkulisse des Theatervereins, der die Ruine in der warmen Jahreszeit bespielt.
Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) stellte am Mittwoch zusammen mit dem Geschäftsführer der Stesad, Axel Walther, den Baufortschritt vor. "Das ist keine einfache Konstruktion" erklärte Marx zu der imposanten Verglasung. Fehlende Dachkonstruktion und Wände der Ruine wurden damit aufwendig verschlossen, ohne dabei den Ruinencharakter zu zerstören. Zusätzlich wurde die Glasfront mit einem ausgeklügelten Belüftungssystem versehen, das im Sommer die Räume kühl und die Luft frisch hält. Unter dem Publikumssaal entstand überdies ein neuer Keller. Hier finden jetzt neue Toiletten und ein Lift für den barrierefreien Zugang Platz. "Zuvor gab es hier nur Schutt und Dreck", erklärt Steffen Jäckel, Prokurist der Stesad. Beide Neuanschaffungen sorgen nun dafür, dass die St. Pauli Ruine eine dauerhafte Nutzungsgenehmigung erhält. Insgesamt 2,6 Millionen Euro hat die Stadt für die Neugestaltung der 1891 erbauten und im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kirche in die Hand genommen.
Bis Ende April sollen die Bauarbeiten, deren Planung bereit Ende 2009 begann, abgeschlossen sein. Am 9. Mai wird die Stesad, Grundstückseigentümer und Bauherr zugleich, das Projekt während einer geschlossenen Feier offiziell eröffnen. In der Woche darauf eröffnet dann auch der Theaterverein die Saison mit dem ersten Stück im neuen Gebäude. Auch die Kirche nutzt die Ruine an zehn bis 14 Tagen im Jahr. Privat kann die Ruine etwa für Hochzeiten und Feiern gemietet werden. "Das ist sehr gut investiertes Geld für die Gemeinschaft", lobt Marx. Das Projekt gehöre zu den bedeutendsten, die im Rahmen der Stadterneuerung im Hechtviertel durchgeführt würden.